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Aufbissschiene / Beißschiene gegen Zähneknirschen

Gegen Zähneknirschen / Bruxismus / CMD-Beschwerden

Wenn ein Zahnarzt stärkere Abrasionen durch Zähneknirschen feststellt, kann er dem Patienten zu einer sogenannten Aufbiss-Schiene raten. Diese wird häufig auch eingesetzt, wenn Menschen über starke Gesichts- oder Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder Gleichgewichtsstörungen klagen. Auch diese Beschwerden werden auf das Zähneknirschen zurückgeführt. Dieses führt unbehandelt zu Fehlbelastungen von Zähnen und Kiefergelenken. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer craniomandibulären Dysfunktion oder von CMD-Beschwerden.

Drei Arten von Beißschienen

Die am häufigsten verordenete Zahnschiene besteht aus einem nicht-flexiblen Kunststoff. Solche Beißschienen werden vom Zahnarzt speziell auf das Gebiss des Patienten angepasst. Der Patient kann aber solche Zahnschienen auch ohne vorherigen Zahnarztbesuch im Internet kaufen. In diesem Fall passen die Standard-Aufbiss-Schienen sich dem Gebiss des Nutzers in gewissem Umfang an. Oftmals sind solche Schienen aber nur in Einheitsgröße lieferbar. Sie haben eine gewisse Formbarkeit, was bei den Aufbiss-Schienen, die der Zahnarzt anfertigt, nicht der Fall ist. Die Passform solcher Beißschienen ist unterschiedlich gut.

Bei den festen Zahnschienen ist die Passform dem Gebiss des Patienten durch einen speziell angefertigten Zahn-Abguss angepasst worden. Daher ist bei dieser Art der Zahnschiene ein höherer Tragekomfort und ein deutlich besserer Sitz gewährleistet. Die Kosten für die spezielle angepasste Zahnschiene sind allerdings deutlich höher. Als dritte Möglichkeit steht eine temporär nutzbare und mit Wasserpolstern ausgestattete Beißschiene zur Verfügung - der sogenannte Aqualizer (siehe » dentrade.com).

Video zum Thema Bissschiene

Youtube: Die Anpassung und Korrektur der Situation durch eine Aufbissschiene - Uwe Fischer (youtube.com/watch?v=OZIpRtDEogM)

Der Sinn von Aufbiss-Schienen

Aufbiss-Schienen können sowohl für das untere Gebiss, als auch für das obere Gebiss angefertigt werden. Ihr Zweck ist es, weitere Abrasionen an der Zahnsubstanz zu verhindern und die mit dem nächtlichen Knirschen verbundenen Beschwerden zu lindern.

Eine Zahnschiene kann aber auch verordnet werden, wenn die Kauflächen der Zähne bei geschlossenem Kiefer nicht mehr richtig aufeinandertreffen. Auch das kann zu einem erhöhten Abrieb führen. Der ständige mahlende Druck auf den Kiefer schädigt nicht nur Zähne, sondern kann auch zu einem erhöhten Abrieb von Amalgam aus älteren Plomben führen. Das ist gesundheitsschädlich. Der Druck kann außerdem Keramikkronen vor der Zeit so stark abnutzen, dass sie ersetzt werden müssen. Das wird teuer. Starker Reibedruck auf Implantate (vgl. » BOI Implantate) kann zudem zu Entzündungen und Knochenschäden im Kiefer führen.

Das Knirschen der Zähne aufeinander und gegeneinander wird als Bruxismus bezeichnet. Mit Hilfe der Aufbiss-Schiene (Bissschiene) kann der Druck auf den Kiefer verändert und verringert werden. Damit können auch Abrasionen an der Zahnsubstanz und unbewusst aufgebaute Verspannungen und Kiefer-Fehlstellungen vermieden werden. Dennoch übernehmen nicht alle Krankenkassen die Kosten für eine speziell angepasste Aufbiss-Schiene, weil ihr Effekt umstritten ist. Wer allerdings an ständigen Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und dadurch ausgelösten Tinnitus, Schulter-Nacken-Syndrom, Gesichtsschmerzen oder Ähnlichem leidet, weiß eine nachts getragene Zahnschiene meist sehr zu schätzen.

Das sogenannte CMD-Syndrom

Fakt ist, dass das Zähneknirschen von den Zahnärzten früher einfach ignoriert wurde. Früher oder später waren die Zähne der meisten Menschen so schlecht, dass sie oft schon im mittleren Lebensalter ein Gebiss erhielten. Offensichtlich kamen die Fachleute aber aufgrund unseres stressreicheren Lebens zu der Erkenntnis, dass Vorbeugung gegen Schäden an der Zahnsubstanz der klügere Weg ist. Heute gilt der Erhalt der eigenen Zähne als das erstrebenswerte Ziel.

Zudem weiß man heute, dass die Kiefergelenke beim Zähneknirschen enormen Belastungen unterliegen. Sie können außerdem wegen ihrer Eingebundenheit in das gesamte Verdauungssystem oder die sie umgebende Muskulatur nicht isoliert betrachtet werden. Nächtliches Knirschen kann zu Beschwerden weit über das Kiefergelenk hinaus führen. Die Folge ist eine craniomandibuläre Dysfunktion bzw. ein CMD-Syndrom. Um dieses festzustellen, bedarf es einer umfassenden Diagnostik.

Wenn Patienten beim Zahnarzt über Kopfschmerzen oder Migräne, Schlafstörungen oder Rückenschmerzen, ständige Verspannungen und Kiefer-Nacken-Blockaden, Nervenreizungen im Kieferbereich oder Magen- und Darmprobleme klagen, sollte dieser hellhörig werden. Liegen zugleich erkennbare Abrasionen im Zahnbereich vor, liegt der Schluss nahe, dass es sich um ein CMD-Syndrom handelt. Dieses wird heutzutage behandelt, weil Kiefer und Kiefergelenke aufeinander abgestimmt arbeiten müssen. Der Gang zum Chiropraktiker ist genauso eine Option, wie eine Aufbissschiene.


Aqualizer Aufbiss-Schienen

Aqualizer Aufbiss-Schienen

https://www.dentrade.com/de/aqualizer/aqualizer-modelle.html

Was bewirken Aqualizer beim CMD-Syndrom?

Mittlerweile gelten Kopfschmerzen, verspannungsbedingte Rückenschmerzen und Zähneknirschen schon als Volkskrankheit. Bei den sogenannten Aqualizern handelt es sich um sofort einsetzbare Aufbiss-Schienen, die bei CMD-Beschwerden helfen sollen. Der Kiefer verändert sich mit dem Alter. Er unterliegt im Lauf der Jahre vielen Belastungen durch den Einbau von » Kronen, Brücken oder Implantaten, durch Fehlbelastungen oder minimal höhere Füllungen. Es kommt häufig zu sogenannten Okklusionsstörungen, bei denen die Zahnoberflächen nicht mehr perfekt aufeinander zu liegen kommen.

Interessant ist nun, dass das Kausystem Okklusionsstörungen erkennen kann. Es ist bestrebt, diese irgendwie auszugleichen - zum Beispiel durch Schonhaltungen, veränderte Kaubewegungen und dergleichen. Das führt allerdings zu Überlastungen an anderen Stellen. Gegen diese Auswirkungen - bezeichnet als CMD-Syndrom - können Aqualizer als temporäre Hilfsmittel eingesetzt werden.

Es handelt sich dabei um eine hydrostatisch aufgebaute Schnell-Bissschiene. Diese hat dank ihrer speziellen Konstruktionsweise eine hohe Anpassungsfähigkeit. Sie passt sich den physiologischen Gegebenheiten im Kiefer des Patienten an. Um die natürliche Anpassungsfähigkeit noch zu verbessern, sind verschiedene Aqualizer-Modelle erhältlich:

Youtube: CMD Syndrom - Was ist es, welche Auswirkungen hat es und wie sollte es behandelt werden (youtube.com/watch?v=AsczIIJi-rE)

Es handelt sich bei den Aqualizern also um keine für einen Patienten individuell angefertigten Zahnschienen, sondern um begrenzt anpassungsfähige Standardmodelle. Problematisch sind lediglich Zahnlücken an entscheidenden Stellen, die dem Aqualizer Halt bieten sollen. Im hinteren Backenzahnbereich können fehlende Zähne jedoch durch den kürzeren Aqualizer Mini ausgeglichen werden. Alle Aqualizer-Modelle sind in jeweils drei Bisshöhen zu haben: Low, Medium oder High.

Die Bezeichnung "Aqualizer" verrät bereits, dass Wasser in diesen Zahnschiene eine Rolle spielt. Mit eingearbeiteten Wasserpolstern wird nämlich die Bisshöhe der Aqualizer definiert. Dadurch entsteht allerdings eine gewisse Komprimierbarkeit dieser Zahnschienen. Die Bisshöhe muss daher so gewählt werden, dass noch ein ausreichender Puffer-Effekt zwischen den beiden Zahnreihen besteht.

Was unterscheidet Aqualizer und Zahnschienen?

Der größte Unterschied zwischen einem Aqualizer und einer Zahnschiene besteht im Material, der Nutzungsweise und der Lebensdauer der jeweiligen Bissschiene. Die Aqualizer halten bestenfalls zwei bis drei Wochen, bei stark mahlenden Patienten auch weniger. Das minimiert ihren Einsatz für Menschen, die zu stark knirschen.

Gedacht sind die Aqualizer als kurzfristige Entspannungshilfen oder Diagnosehelfer. Aqualizer dienen nur als temporäre Zahnschienen. Mittels der eingearbeiteten Wasserpolster bzw. dem zugrundeliegenden hydrostatischen Prinzip kann der Kieferbereich sofort entspannt werden. Das ist bei starken Beschwerden vorteilhaft. Der Zahnarzt kann durch den Einsatz eines Aqualizers außerdem ein sogenanntes Bissregistrat erstellen. Er kann die dabei ermittelten Daten einsetzen, um eine feste Aufbiss-Schiene herstellen zu lassen.
Verschwinden die geschilderten Beschwerden des Patienten nicht durch den Aqualizer, liegt entweder eine andere Störung als Auslöser vor, oder der Aqualizer war nicht richtig ausgewählt. Standardmäßig wird in den meisten Fällen zunächst ein mittelhoher Aqualizer eingesetzt. Komprimiert dieser unter dem Druck des nächtlichen Mahlens aber zu stark, muss ein höheres Aqualizer-Modell ausprobiert werden. Wenn die vorliegenden Beschwerden damit gelindert werden können, kann die nun angefertigte feste Aufbiss-Schiene sehr viel genauer eingestellt werden.

Zudem kann der behandelnde Zahnarzt durch eine nach zwei Tagen durchgebissene Aqualizer-Schiene Erkenntnisse über den nächtlichen Druck im Kiefer des Patienten sammeln. Fakt ist, dass die meisten Zahnärzte ihre Patienten niemals beim Zähneknirschen beobachten können. Sie können also nicht wissen, welcher Druck auf die Kiefergelenke oder Kauflächen ausgeübt wird. Bestenfalls können sie diese Daten durch indirekte Beobachtungen wie Lage und Grad der entstandenen Abrasionsflächen oder durch erkennbare Kiefer-Fehlstellungen ermitteln.

Der therapeutische Ansatz bei CMD-Störungen

Durch die Aqualizer erhalten Zahnärzte also einerseits verbesserte diagnostische Möglichkeiten. Andererseits kann ein Patient mit Beschwerden, die durch das Zähneknirschen verursacht werden, umgehend mit einer anpassungsfähigen und druckentlastenden Zahnschiene versorgt werden. Er muss nicht erst 14 Tage auf seine speziell angfertigte Aufbiss-Schiene aus dem Labor warten. Seine Beschwerden können so schnell und effektiv gelindert werden. Vor allem aber kann die erforderliche Höhe oder Dichte der Beißschiene besser ermittelt werden.

Oftmals liegen jedoch durch jahrelanges Knirschen mit den Zähnen bereits verfestigte Muskeln und Blockaden vor. Damit diese aufgeboben oder abgemildert werden können und eine optimal effektive Nutzung der Zahnschiene ermöglichen, können weitere Maßnahmen erforderlich werden. Gegebenenfalls wird zur Lockerung der Kiefer- und Halsmuskulatur ein Physiotherapeut oder ein Osteopath hinzugezogen. Festzustellen ist bei einer mangelnden Beschwerdelinderung durch den Aqualizer außerdem, ob eine Kiefergelenks-Arthrose oder ein degenerationsbedingtes HWS-Syndrom als Verursacher der Beschwerden vorliegen.

Möglich und sinnvoll ist auch, einem besonders gestresst wirkenden Patienten zu entspannenden Therapien wie Autogenes Training, Feldenkrais, progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen oder Meditation zu raten. Das nächtliche Zähneknirschen kann auch durch stressmildernde Sportarten wie Chi Gong, Tai Chi oder Yoga verbessert werden.

Video: Chiropraktiker statt Aufbissschiene?

Youtube: Chiropraktische Behandlung des Kiefergelenkes (CMD) (youtube.com/watch?v=Q9SPP8VGaK4)